Twitter und ich

Als ich vor vielen Jahren meinen Twitter Account eröffnete und danach versuchte, mich in dieser Welt zurechtzufinden, war ich total überfordert. Zwar war es nicht schwierig, erste #hashtags zu meinen Interessengebieten zu finden. Doch dann überrollte mich die Fülle an Tweets und all die Re-Tweets, die ich nur nervig fand. Ich folgte ein paar bekannten Personen, doch die trafen meine Interessen nur teilweise. Und erst diese Geschwindigkeit, mit der hier geschrieben wurde…. Was sollte ich hier also rausholen?

Eine ganze Weile später loggte ich mich wieder ein. Ich nahm virtuell an einer Konferenz teil, und es wurde versprochen, dass über Twitter zum Inhalt diskutiert werde. Tatsächlich, da war eine kleine, feine Gruppe, die mittels hashtag kommentierte, fragte, antwortete. So machte das doch gleich viel mehr Spass und Sinn! Ich begann, diesen Leuten zu folgen und ihre Tweets zu lesen. Ein erster Schritt war getan.

Langsam begann ich, mein Netzwerk auszubauen. Las ich einen spannenden Tweet, aber auch einen Artikel oder Blog Beitrag, checkte ich das Twitter Profil des Autors. Gefielen mir die letzten paar Tweets, folgte ich ihm. Auch Magazine und Blogs kamen dazu. Kein RSS feed reader, nur Twitter- denn die neusten Beiträge wurden immer auch auf Twitter verkündet. Und ich verzettelte mich nicht mit mehreren Lesewerkzeugen.

So wuchs mein Twitter Netzwerk immer mehr und wurde auch immer wertvoller. Je länger je mehr fand ich die Themen, die mich wirklich interessierten und traf dadurch die Leute, die mich wirklich inspirierten.

Doch es ging noch mehr. Ich stolperte über Personal Knowledge Management und Social Learning. Seek, sense, share. Finde Deine Quellen des Lernens und der Inspiration. Mach Sinn aus dem was Du liest und lernst- bette es in Deinen Kontext, füge Deine Ansichten und Schlussfolgerungen dazu. Und teile dies wieder mit den Anderen, so dass diese wiederum davon profitieren können. Nutze nicht nur, sondern trage Deinen Teil ans Social Learning bei!

Meine Quellen hatte ich schon (wobei sie rückblickend in keinem Vergleich stehen zu was ich heute habe). Also begann ich, daraus einen Sinn zu machen. In der allerkürzesten Form war dies ein Liken oder das re-tweeten eines Tweets, in der Kurzform das re-tweeten mit einem Kommentar, und in der Langform das Schreiben eines Blogbeitrages. Diesen veröffentlichte ich wiederum über Twitter. Und siehe da- alle drei Formen fanden Anklang, in dem sie wiederum geliked, re-tweeted oder kommentiert wurden.

Und plötzlich war da der Austausch. Plötzlich lernte ich mehr und mehr, nicht nur durch immer neue Quellen, sondern auch durch Kommentare oder Hinweise. Ich fand diese Twitter aficinados, die Twitter schon lange als Lernwerkzeug erkannt haben. Und ich fand eine Veranstaltung, bei der nicht nur völlig virtuell auf Augenhöhe gelernt und diskutiert wurde, sondern bei der Twitter eines der wichtigsten Werkzeuge war.

Somit war es definitiv passiert- auch ich wurde ein Twitterling, der fast täglich „mal reinschauen“ muss um des Neuste zu lesen, sich zu informieren, zu lernen und natürlich um etwas zurückzugeben. Twitter, das richtig gute Lernwerkzeug!